Meine Bienenzucht

Als weiteres und immer größer werdendes Standbein in meiner Imkerei gilt die Königinnenzucht, wo Imker - sowohl interessierte Anfänger, Hobby-Imker und Profis - Königinnen und Ableger erwerben können.

Da ich mich bei der Bienenhaltung eben hauptsächlich mit der Zucht der Bienen befasse, hier ein kleiner Einblick in die Zucht von neuen leistungsstarken, sanftmütigen, vitalen und schwarmträgen Königinnen.

Ziel meiner Züchtung ist die Erzeugung möglichst sanftmütiger und leistungsfähiger Bienenvölker. Neben den Leistungsmerkmalen steht bei der Selektion auch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, insbesondere die Vitalität und Varroatoleranz im Vordergrund.

Die Leistung von Königinnen werden durch eine sogenannte "Leistungsprüfung" ermittelt, sowie zusätzlich bei der Rasse Carnica die rassetypischen Merkmale der Nachkommen (Arbeiterinnen/Drohnen) bei der Merkmalsbeurteilung festgestellt. Der Begriff "Körung" wird für das Messen unter anderem des Cubitalindex (CI),Hantelindex (HI), uvm. verwendet. sh. Seite Körung

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Kören bedeutet aber auch: Das Auslesen (selektieren) von Bienenvölkern mit einem sehr gutem Zuchtwert. Im Zuchtwert der auch bei der Rasse Buckfast Anwendung findet, wird die genetische Veranlagung für verschieden Leistungsmerkmale gemessen, wie für beispielsweise Honigleistung, Sanftmut, Wabensitz, Schwarmträgheit und Varroatoleranz. Jene Völker werden zur Erzeugung der nächten Generation "gekört". Diese Leistungserfassung ist die eigentliche Körung auf Zuchtwürdigkeit und sie sollte Teil einer jeden Betriebsweise sein.

Nur während weniger Wochen im Ablauf des Jahres, wenn sich die Bienensaison ihrem Höhepunkt nähert, ist die Aufzucht von Königinnen und Drohnen sinnvoll und auch erfolgreich. sh. Seite Zuchtwert

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Widerstandsfähigere Bienen kann nur eine Zucht hervor-   bringen, die auf Nachhaltigkeit zielt.



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Informationsblatt Züchten für die Forschung Quarks und Co.
Seit dem 20. Jahrhundert widmen sich Imker, Wissenschaftler und Institute der gezielten Bienenzucht, indem sie bestimmte Bienen auslesen und vermehren. Das Hauptaugenmerk bei der Zucht lag lange Zeit auf Sanftmütigkeit und Sammelfreudigkeit...
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Neben der herkömmlichen Zucht findet die instrumentelle oder künstliche Besamung von Königinnen in der Bienenzucht immer mehr Anwendung. Der Trend ist seit Jahren weltweit verstärkt zu beobachten, denn es gibt für eine absolut sichere Paarungskontrolle bisher kein besseres Verfahren.

Ohne genaue Paarungskontrolle sind daher auch keine effektiven Zuchtfortschritte in kurzer Zeit möglich. Darüber hinaus werden interessante Zuchtexperimente ermöglicht, die so bei der normalen Paarung im Freien nicht möglich sind (Eindrohnbesamung).

Zitat von Imkerkollege Paul Jungels
Zitat von Imkerkollege Paul Jungels

Der Aufzucht der Drohnen ist eine ebenso große Aufmerksamkeit zu widmen wie den Königinnen. Diese können ab Ende März die ganze Zuchtsaison in weiselrichtigen Völkern aufgezogen werden. Die Entwicklungszeit der Drohnen beträgt 24 Tage und bis zur Geschlechtsreife vergehen noch einmal 16 Tage. Insgesamt beträgt daher die Entwicklungszeit 40 Tage.

Welch hohen Stellenwert die Drohnen bei der Resistenzzucht einnehmen, könnt ihr HIER weiterlesen.

 

Um die Fertilität der Drohnen zu prüfen, muss man den Geschlechtsapparat ausstülpen indem die Drohnen zwischen Daumen und Zeigefinger festgehalten werden und durch Fingerdruck die Ejakulation veranlaßt wird. Unter dem Binokularmikroskop kann man den geschlechtsreifen Drohn anhand der Spermakugel am Ende des Geschlechtsapparates erkennen.

  junger unreifer Drohn
junger unreifer Drohn
fertiler Drohn
fertiler Drohn
Sperma- oder Samenkugel
Sperma- oder Samenkugel

Das austretende Sperma befindet sich meistens auf einem Schleimbett. Er ist von gelblich/beiger Farbe und auffällig marmoriert. Von dem zähen weißen Schleim hebt es sich gut ab. Das Sperma kann sich flächig verteilen oder es bildet einen zusammenhängenden Tropfen.


Da ich seit dem Jahr 2008 künstlich Bienenköniginnen besame, nachfolgend eine kleine Bilderserie über den Besamungsvorgang.

Vergleich zwischen natürlich begatteten und instrumentell besamten Königinnen.

Zweifellos steht fest, daß bei richtiger Handhabung und weitgehend natürlichem Umfeld bei der künstlichen Besamung wie auch in anderen Bereichen der Tierzucht keine besonderen Nachteile festzustellen sind.

Wenn alles richtig gemacht wird, werden die instrumentell besamten Königinnen den natürlich begatteten Königinnen in nichts nachstehen.


Nachhaltigkeit VS. künstliche Zucht/Besamung

Die Honigbienen sind mittlerweile abhängig von der menschlichen Obhut daher muss das Ziel der Zucht sein, mit einer an die ökologischen Gegebenheiten des Standortes angepassten, allgemein widerstandsfähigen und varroatoleranten Biene zu imkern. Das gelingt uns in den meisten Fällen, jedoch ist unser Problem die regional hohe Bienendichte. Der Einfluss der Drohnen bei einer Standbegattung sollte nicht unterschätzt werden. Um dem etwas entgegen zu wirken und die Streuung der Zuchtmerkmale einer Standbegattung gering zu halten, wird von mir seit dem Jahr 2008, ein bestimmter Anteil meiner Königinnen künstlich besamt. Die Folge ist daraus: Ich bekomme Stammmütter deren Nachkommen ohne weiteres in der F1, F2 zur Standbegattung aufgestellt werden können ohne das sich die angestrebten Zuchtmerkmale bedeutend verschlechtern. Das macht für mich persönlich einen der Grundsätze einer Nachhaltig orientierten Bienenzucht aus.

Eine meiner Stammmütter Nr. B 225 aus dem Jahr 2014.
Eine meiner Stammmütter Nr. B 225 aus dem Jahr 2014.
Instrumentelle Begattung einer Bienenkönigin.
Instrumentelle Begattung einer Bienenkönigin.
Besamungseinheiten, damals noch in Kieler Begattungskästen.
Besamungseinheiten, damals noch in Kieler Begattungskästen.


Mini-Plus Einheiten auf der Belegstelle Rhön (rho) ...
Mini-Plus Einheiten auf der Belegstelle Rhön (rho) ...
und Kieler Begattungseinheiten auf der Belegstelle Rhön (rho)
und Kieler Begattungseinheiten auf der Belegstelle Rhön (rho)

Nähere und weitere Informationen zur Belegstelle (rho) findet ihr HIER.